Ironman Cascais – abwarten und hoffen

Offiziell läuft der Countdown bis zum großen Ironman-Rennen 2020 in Portugal-Cascais. Seit nunmehr 13 Monaten trainiere ich am körperlichen Limit und kämpfe gegen die andauernde Müdigkeit an. Jeden Morgen stehe ich auf, spüre meine schweren Beine und widme mich nach dem ersten Kaffee dem täglichen Training.

Der anfängliche Spaß am Sport wird so langsam zum zähen Alltagsgeschäft, welches Gefühl durch den Wetterumschwung seinen Höhepunkt erreicht hat. Vier Stunden auf der Rolle und ein abschließender Koppellauf im sechs Grad kalten Herbstregen fordern seinen Tribut. Wiederkehrende Erkältungssymptome komplementieren den entstandenen Fersensporn.

Doch diesen Umständen zum Trotz bleibe ich fokussiert und widme mich Tag für Tag dem Training – motiviere mich an den kleinen Verbesserungen im Schwimmen und wirke durch die Unterstützung meiner Cousine und Physiotherapeutin Nele meinen Wehwechen entgegen.

Nun ist es endlich so weit – trotz den Reisewarnung und der damit einhergehenden Quarantäne habe ich gemeinsam mit Vanessa gebucht. Zwar wird sich unser Aufenthalt extrem zusammen kürzen, jedoch haben wir nun den ersten Schritt Richtung Ironman 2020 schon einmal gewagt. Alle Zeichen stehen auf grün, dass das Rennen stattfinden wird und ich startete höchst motiviert in den letzten zweiwöchigen Trainingsblock vor dem Tapering.

Doch bereits zu Beginn der ersten Woche folgen erste Tiefschläge – in einem Facebook-Forum breiteten sich Schwingungen aus, die eine Absage des Rennens prognostizierten. Laut einem regionalen Profi-Triathleten habe er Informationen vom Veranstalter erhalten, dass das Rennen abgesagt wurde. Ich schenkte dieser ersten Absage-Welle jedoch keine übermäßige Aufmerksamkeit – vielmehr erwartete ich, dass der Athlet diese Entscheidung für sich persönlich getroffen hat. Doch auch meine mentale Stärke gerät irgendwann an seine Grenzen – so folgen seither nahezu tägliche Berichte über eine Absage des Rennens – auf der anderen Seite werden diese jedoch wieder revidiert, indem Fotos von Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe geteilt werden. Von Seiten des Veranstalters ist wiederum bis heute keine Stellungnahme diesbezüglich zu lesen – aus diesem Grund entschied ich mich, der Facebook-Gruppe den Rücken zuzuwenden und mich vollends auf mein Abschlusstraining in dieser Woche zu konzentrieren.

In meinem Hinterkopf kursieren dennoch ständig viele Fragen. Was passiert mit meinem Startplatz, wenn das Rennen abgesagt wird? Was wird aus meinem Training, wenn ich nicht starten kann? Werde ich für mich einen Test machen oder direkt in die Off-Saison starten? Und was wird aus dem kürzlich gebuchten Urlaub? Bestünde nicht vielleicht die Möglichkeit, dass wir Diesen dann umbuchen?

Egal wie die Entscheidung ausfällt, sie wird in jedem Fall nicht optimal sein. Ich hoffe nur, dass sie baldmöglichst getroffen wird, damit ich entsprechend darauf reagieren kann. Auf jeden Fall steht fest: 2020 wird wohl nicht das Jahr werden, indem ich meine Hawaii-Qualifikation einfahren kann. Dafür ist momentan zu viel ungewiss. Andererseits kann ich nun diese Unklarheit nutzen, um meinen Fernsensporn in den Griff zu bekommen – so wird es vielleicht möglich, meine erworbene Lauf-Performance im Falle einer Austragung auszuspielen. Bis dahin gilt jedoch: ABWARTEN und HOFFEN.

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